Warum und wann soll
man photothermische Schichtdickenmessung einsetzen?
An Hand
von einigen
Fragen wird erläutert, warum und wann die berührungslose,
photothermische Schichtdickenmesstechnik am sinnvollsten eingesetzt
werden kann und welche Randbedingungen eine wichtige Rolle spielen. Die
Fragen sollen Ihnen helfen Ansatzpunkte zu finden, unter denen Sie
unsere Schichtdickenmesstechnik sinnvoll einsetzen können.
Warum ist die Bestimmung der
Schichtdicke so bedeutend? Was haben Unter- bzw. Überbeschichtung
für Folgen?
Die Bestimmung der
Schichtdicke hat mehrere Gründe. Prinzipiell gibt es vier
Hauptanforderungen an die Beschichtung. Als erstes wären da
die Vermittlung von Oberflächeneigenschaften zu nennen, wie
Farbe, Struktur, Haptik, mechanische Eigenschaften, Korrosionsschutz
und Information. Die zweite Anforderung unterliegt wirtschaftlichen
Aspekten. An oberster Stelle steht eine kostengünstige Produktion,
die in jedem Fall die vom Kunden
gewünschten Oberflächeneigenschaften herstellen muss und die
Fehlerfreiheit und die Gleichmässigkeit des Schichtdickenauftrags
garantieren soll. Ebenso möchte man den Energieverbrauch, den
Rohstoffverbrauch und die Abfallprodukte reduzieren. Um wirtschaftlich
zu produzieren, müssen die Lackierprozesse reproduzierbar,
kontrollierbar und möglichst automatisierbar sein. Die dritte
Anforderung unterliegt rechtlichen Aspekten. Gerade im Zulieferbereich
mit hohen Stückzahlen muss für die Eigenschaft der Produkte
über mehrere Jahre garantiert und gewährleistet werden. Im
ungünstigsten Fall können erhebliche Kosten bei einem
Gewährleistungsanspruch auftreten, die den Gewinn oder die
Wirtschaftlichkeit aufzehren können. Sehr oft ist der
Wertschöpfungsanteil der Beschichtung im Verhältnis zum Wert
des Bauteil recht gering, so dass bei fehlerhaften Beschichtungen die
Bauteile als Ausschuss entsorgt werden müssen und zusätzlich
die Wirtschaftlichkeit belasten. Deshalb wird von vielen Auftraggebern
eine Nachweisbarkeit der Produkteigenschaften im Rahmen von ISO 9000
gefordert und in vielen Fällen durch eigene Qualitätsaudits
erweitert. Die Nachweisbarkeit und Dokumentierbarkeit kann bei
richtiger Anwendung frühzeitig Qualitätsverluste aufdecken
und die Fehlerquellen beseitigen. Damit erreicht man, dass nicht erst
der Kunde auf die Qualitätsmängel stösst und unangenehme
Gewährleistungsansprüche berechtigterweise anmeldet. Im
Zeitalter von „just in time“ spielt Zeit eine wichtige Rolle. Jede
Verzögerung durch Nacharbeit oder zusätzlichem Aufwand kosten
Geld. Als letzte Anforderung sind die Umweltaspekte zu nennen. Jeder
zusätzliche Energie- und Rohstoffverbrauch und jedes
zusätzliche Abfallprodukt belasten die Umwelt. Allein die
Wirtschaftlichkeit fordert schon eine recourcenschonende Produktion.
Die Bestimmung
der Schichtdicke dient hauptsächlich dazu, die durch die
Beschichtung hinzugefügten Eigenschaften des Produktes unter
wirtschaftlichen Bedingungen zu garantieren.
Je nach Produkt
verfolgen die Beschichter unterschiedliche Zielsetzungen bei der
Schichtdickenmessung. Ein Beispiele soll das verdeutlichen.
Ein Automobilzulieferer liefert Anbauteile für die
Motorenproduktion in grösseren Stückzahlen. Das Anbauteil
wird mit anderen Teilen verschraubt und bildet dann ein Modul, das
entscheidend für die Funktion des Motors ist. Am Ende der
Produktion des Anbauteils erfolgt die Beschichtung, so dass das Bauteil
zum Zeitpunkt der Lackierung einen recht hohen Wert besitzt. Die
Beschichtung dient einerseits als Korrosionsschutz und muss
andererseits mechanische Eigenschaften besitzen. In diesem Beispiel
darf der Lack eine bestimmte Dicke am Anbauflansch nicht
überschreiten, damit eine dauerhafte Schraubverbindung
gewährleistet wird. Ist
der Lack am Anbauflansch zu dick, so kann die Lackstruktur aufgrund des
hohen Anpressdruckes zusammenbrechen und die Verbindung kann sich
lösen. Die Schichtdicke soll sowohl am Anbauflansch als auch auf
der restlichen Oberfläche gemessen und dokumentiert werden. Eine
Überschreitung der maximal zulässigen Dicke soll angezeigt
werden. Man erkennt,
das die Beschichtung mit einer relativ kleinen Wertschöpfung am
Gesamtwert des Bauteils einen entscheidenden Anteil an dessen
Verwendbarkeit hat.
Betrachtet man das Bauteil einzeln, so kann man der Annahme verfallen,
dass eine Überbeschichtung nicht weiter tragisch ist und man durch
stichprobenartige Messungen mit anschliessendem Aussortieren die
Qualität
in den Griff bekommen kann. Entscheidend ist aber der
Gesamtzusammenhang.
Da das Bauteil zwar nur einen geringen Wert im Verhältnis zum
Motor
besitzt, aber einen recht hohen Stellenwert bei der
Gesamtfunktionalität
des Motors einnimmt, entscheidet dessen Qualität letztendlich auch
über die Qualität des Motors. Im ungünstigsten Fall kann
z.B. eine Charge von 5.000 Teilen ausgeliefert werden, bei der 2 % der
Teile
fehlerhaft beschichtet sind. Die ersten Teile werden schon verbaut und
nach
100 Teilen bemerkt der Kunde den Fehler. Als Konsequenz wird die
Produktion gestoppt und gegenüber dem Lieferanten
Gewährleistungsansprüche angemeldet. Der Kunde muss auf seine
Kosten die komplette Charge abholen und schnellstmöglichen Ersatz
in gleicher Höhe liefern. Abgesehen davon, dass die Teile
vielleicht nachgearbeitet werden können, muss aber zeitgleich die
selbe Menge an Teilen als Ersatz zur Verfügung stehen.
Anderenfalls kann der Kunde bei Zeitverzug auf Ersatz bei anderen
Lieferanten bestehen, um seine Produktion nicht zu gefährden. Im
schlimmsten Fall verliert der Lieferant seinen Kunden. Man erkennt
recht
schnell, dass immense Folgekosten entstehen können, die in keinem
Verhältnis zum Gesamtaufwand der Lackierkosten stehen und die
Existenz
eines Unternehmens gefährden können. Im geschilderten
Szenario
kommt es also auf eine 100%-Kontrolle der Beschichtung durch eine
Online-Schichtdickenmessung an, mit denen Ausschussraten im
Promillbereich erreicht werden können.
Gerade
mittelständische Lohnbeschichter haben ein erhöhtes Risiko,
da deren Wertschöpfung im Verhältnis zum Wert des Bauteils
recht klein ist. Zusätzlich kämpfen sie mit kleinen
Losgrössen und einer Vielzahl von Varianten und Typen, die das
Einfahren der Beschichtungsanlagen erschwert und somit eine
gleichbleibende Qualität über alle Teile schwer umzusetzen
ist.
Mit welchen
Schichtdickenmessgeräten kann man die oben geschilderten
Anforderungen erfüllen?
Entscheidend für den Einsatz von
Schichtdickenmessgeräten ist die Produktionsart der Beschichtung.
In der Zulieferindustrie werden hauptsächlich hochautomatisierte
Beschichtungsanlagen eingesetzt, während bei den Lohnbeschichtern
überwiegend die Handbeschichtung oder teilautomatisierte
Beschichtungen zum Einsatz kommen.
Hochautomatisierte
Beschichtungen erfordern Messgeräte, die kontaktlos an bewegten
Bauteilen mit hohem Durchsatz messen können und sich unmittelbar
in die Lackierprozesse integrieren lassen. Oft werden wenige Varianten
und Typen mit dem gleichen Lack beschichtet und in der Lackieranlage in
nachgeschalteten Messstationen vermessen.
Bei
Lohnbeschichtern benötigt man handliche, tragbare und leicht zu
bedienende Geräte, die bei verschiedenen Beschichtungsprozessen
sicher eingesetzt werden können. Meistens werden diese
Schichtdickenmessgeräte zur Stichprobenmessung in der laufenden
Produktion an bewegten Bauteilen eingesetzt.
Prinzipiell kann
man die Schichtdickenmessgeräte in zwei Klassen einteilen: In
kontaktbehaftete und in berührungslose Messgeräte. Bei den
kontaktbehafteten Messgeräten dominieren die handlichen
Wirbelstrommessgeräte mit ihrem einfachen und sicheren
Funktionsprinzip für Standardanwendungen, die durch
Ultraschallmessgerät für Sonderanwendungen ergänzt
werden. Aufgrund des guten Preis-Leistungs-Verhältnis werden
überwiegend Wirbelstrommessgeräte bei Lohnbeschichtern
eingesetzt. Zunehmend kommen aber neue Werkstoffe wie Kunststoffe oder
neue Lacke zum Einsatz, bei denen Wirbelstrommessgeräte nicht
eingesetzt werden können. Es besteht daher der Wunsch, handliche
Messgeräte mit erweiterten Eigenschaften mit ähnlich gutem
Preis-Leistungs-Verhältnis
wie bei Wirbelstrommessgeräten kaufen zu können.
Die
berührungslosen Messgeräte basieren auf dem Photothermischen
oder Ultraschall Messprinzip und können auf unterschiedlichen
Materialien wie Metallen, Kunststoffen und Keramiken eingesetzt werden.
Aufgrund der derzeitigen technischen Möglichkeiten sind
berührungslose Messgeräte für einen stationären
Einsatz in hochautomatisierten Beschichtungsanlagen konzipiert
und nur bedingt mobil einsetzbar. Durch den höheren Preis
können
diese Messgeräte meist nicht wirtschaftlich sinnvoll von
Lohnbeschichtern eingesetzt werden.
Mit welcher Messmethode
arbeiten unsere Geräte und welche Vorteile bieten Sie
gegenüber den klassischen Verfahren, wie beispielsweise
Wirbelstrom oder Magnetinduktiv?
Unsere
Messgeräte der „PaintChecker“- Reihe arbeiten nach dem gepulsten
photothermischen Messprinzip, bei dem ein Laserpuls auf den Lack
ausgesendet wird und diesen minimal erwärmt. Eine Empfangsoptik
registriert den zeitlichen Verlauf der Temperaturänderungen und
ein Auswerteeinheit errechnet daraus die Schichtdicke. Sinngemäss
lassen sich dünnere Lackschichten mit dem Laser schneller
aufheizen als dickere. Der zeitliche Verlauf dient so zu sagen als Mass
für die Schichtdicke.
Die grossen
Vorteile dieser Messmethode liegen in der Berührungslosigkeit,
Messgeschwindigkeit und Handhabung. Erst die Berührungslosigkeit
ermöglicht die Vermessung trockener und feuchter Schichten von
bewegten Bauteilen, während die hohe Messgeschwindigkeit eine hohe
örtliche Auflösung der Schichtdicke ermöglicht.
Der grosse Messabstand zum Messobjekt und die grosse Abstandstoleranz
erleichtern den Einsatz in automatisierten Umgebungen. Damit kann man
auch den Messkopf auf Robotern um grössere Messobjekte, wie
Automobilkarossen bewegen ohne in Kollision zu geraten. Mit dem kleinen
Messfleck und der hohen Winkeltoleranz können auch sehr kleine
Teile oder stark unebene Teile vermessen werden, bei denen
Wirbelstrommessgeräte nur schwer eingesetzt werden können.
Ebenso
lassen sich mit Spiegeloptiken Hohlräume oder schwer
zugängliche Orte vermessen. Es ist auch eine Messung auf warmen
Bauteilen möglich, da nur Temperaturänderungen in der
Schichtdickenbestimmung berücksichtigt werden.
Bedingt durch das
Funktionsprinzip kann auch auf anderen Substraten als Metall gemessen
werden. Als Einschränkung gilt aber, dass sich der Lack mit dem
Laser photothermisch anregen lässt und eine
Temperaturänderung wahrnehmbar ist. Nahezu alle klassischen
Anwendungen von Wirbelstrommessgeräten mit metallischen Untergrund
und trockenen oder feuchten Lacken werden von unseren Messgeräten
abgedeckt. Bei nichtmetallischem Untergrund erfolgt von uns immer eine
Prüfung des erreichbaren Temperaturkontrastes anhand von Proben.
Die Vielzahl von Lack-Substrat-Kombinationen lässt leider keine
allgemeingültige Aussage zur Funktionssicherheit
und Genauigkeit zu und muss im Einzelfall geprüft werden. Es
existieren aber eine Reihe von Erfahrungswerten auf die
zurückgegriffen werden kann.
Wann ist es vorteilhafter die
Nass-Schichtdicke zu bestimmen, wann ist die Bestimmung der Trocken-
Schichtdicke besser?
Das hängt zum
Teil von der Zielsetzung ab, aber auch von der
Lack-Substrat-Kombination und in einigen Fällen auch von der
Einbaumöglichkeit in bestehende Anlagen.
Wenn die
Zielsetzung der Schichtdickenmessung die schnelle Beseitigung von
Beschichtungsfehlern ist, so misst man vorteilhaft auf feuchten
Schichten, da man unmittelbar nach dem Lackauftrag eine kurze
Reaktionszeit hat. Meistens werden lange Trockeneinheiten den
Lackierstationen nachgeschaltet, die viele Teile aufnehmen können
und sehr viel Zeit beanspruchen. Unter Umständen befindet sich bei
kleinen Losgrössen eine komplette Charge im Trockner und kann erst
beim Verlassen des Trockners geprüft werden. Im ungünstigsten
Fall hat man bei Qualitätsverlusten keine Einflussmöglichkeit
mehr. Zur Vermeidung solcher Fehler werden die Anlagen oft sehr
zeitaufwendig mit einzelnen Testobjekten eingefahren, bevor die
eigentliche Produktion stattfinden kann. Bei Kunststoffsubstraten zum
Beispiel kann grösstenteils nur auf feuchten Lacken gemessen
werden, da nur in diesem Zustand eine
ausreichende Temperaturänderung auf dem Messobjekt erzeugt werden
kann.
Liegt die
Zielsetzung bei einer schnellen hohen örtlichen Auflösung der
Schichtdicke oder bewegen sich die Bauteile sehr schnell, so misst
man am besten im trockenen Zustand, da die Messzeit aufgrund der
Erwärmung bei dünneren Schichten am kleinsten ist. Bei
feuchten Lacken ist
die gemessene Schichtdicke grösser, weil das Lösemittel z.B.
Wasser noch im Lack enthalten ist.
In einigen
Fällen begrenzen die Einbaumöglichkeiten in bestehende
Anlagen den Einsatz der Schichtdickenmesstechnik, weil z.B. nur an
bestimmten Stellen der Lackieranlage der nötige Platz zur
Verfügung steht.
Beim Korrosionsschutz ist die
richtige Schichtdicke von grosser Bedeutung, Automobilhersteller setzen
in diesem Bereich aber unterschiedliche Massstäbe. Wie werden wir
als Gerätehersteller den individuellen Anforderungen und
verschiedenen Standards gerecht?
Jeder
Automobilhersteller hat ganz eigene Vorstellungen an die Anforderungen
und natürlich auch eigene Standards. Im Mittelpunkt steht die
Funktion der Lackschicht, dauerhaften Korrosionsschutz zu
gewährleisten, farbgebend zu sein und eine glatte, kratzfeste und
witterungsbeständige Oberfläche zu bilden. Diese Funktionen
kann man technisch mit verschiedenen Lackaufbauten erreichen. In diesen
Fällen werden auch ganz besondere Anforderungen an die
Schichtdickenmesstechnik gestellt. Zum Beispiel verfolgen einige
Automobilhersteller das Konzept der Online-Schichtdickenmessung mit
Robotern in der Lackierlinie ausschliesslich zur Kontrolle der
Schichtdicke aller Karossen. Andere denken an spezialisierte Offline-
Messplätze in
denen neben Farbtreue, Glanz, Rauhigkeit unter anderem auch die
Schichtdicke stichprobenartig geprüft wird. Im ersten Fall
müssen die Schichtdickenmessgeräte unter
Produktionsbedingungen an Robotern den hohen mechanischen Belastungen
und der hohen Verfügbarkeit gewachsen sein. Das stellt besondere
Anforderungen an die Auslegung von Optik, Elektronik und Mechanik. Das
Messprinzip muss alle möglichen Arten von Toleranzen verkraften,
wie Abstandsschwankungen, Winkelfehler, Vibration, Verschmutzung und
Verschleiss
der Komponenten, um nur einige zu nennen. Unsere Geräte
wurden
unter den Gesichtpunkten hergestellt, dass das zugrundeliegende
physikalische
Funktionsprinzip in einem solchen Umfeld fehlerfrei funktioniert und
trotzdem
einfach zu bedienen ist. Die robotergestützte Schichtdickenmessung
stellt zweifelsfrei die grössten Anforderungen, von denen andere
einfachere
Anwendungen profitieren können.
Im zweiten Fall,
bei Offline-Messstationen spielt die einfache Handhabung eine grosse
Rolle. Dort müssen Messsysteme manuell und einfach bedienbar sein
oder sich schnell ohne grosse Umrüstzeiten an Messroboter
adaptieren lassen. Ähnliche Anforderungen haben auch
Lohnbeschichter.
Wie umfangreich setzen
Automobilhersteller Online-Messgeräte bereits in der
Serienfertigung ein?
Online-Messgeräte werden zunehmend von
Automobilherstellern in der Serienfertigung direkt oder indirekt
eingesetzt. Als Pionier
ist hier Audi in Ingolstadt zu nennen, die durch ihren visionären
Charakter eine Vorreiterrolle einnehmen und massgeblich die Online-
Schichtdickenmesstechnik vorantreiben. Sie waren die Ersten, die
zusammen mit dem Anlagenhersteller Dürr in ihren Lackierstrassen
die Online-Schichtdickenmesstechnik „PaintChecker“ der Firma
OptiSense einbauten. Derzeit sind drei Lackierlinien mit dieser
Messtechnik ausgestattet. Audi möchte gleichbleibende
Qualität bei höherer Produktionssicherheit erzielen und damit
Kosten einsparen. Auch Ford in Saarlouis hat sich für die
Online-Schichtdickenmesstechnik in einer Lackierstrasse in der
Serienfertigung entschieden und verfolgt ähnliche Ziele wie Audi.
Es gibt aber auch
abwartende Haltungen von anderen Automobilherstellern, die sich zum
jetzigen Zeitpunkt noch nicht für einen solchen Einsatz
entscheiden. Aufmerksam verfolgen Sie die Entwicklungen unter
Berücksichtigung ihrer eigenen Zielsetzungen und
überprüfen in wie weit die hohen Erwartungen im
täglichen Betrieb erfüllt werden können.
Zunehmend
ist zu beobachten, dass die Online-Schichtdickenmesstechnik im
Zulieferbereich zum Einsatz kommt. Das liegt hauptsächlich an den
erhöhten Qualitätsanforderungen der Automobilhersteller, die
diese garantiert und nachgewiesen haben möchten. Speziell im
Zulieferbereich für High-End- oder Marken-Produkte ist
Online-Schichtdickenmesstechnik ein Muss, da man sich hier oftmals an
technisch möglichen Grenzen
bewegt. Oft wird die Online-Schichtdickenmesstechnik nicht selbst vom
Automobilhersteller eingesetzt sondern zu den Zulieferern verlagert.
Online-Messgeräte sind
wahrscheinlich nur für die Grossfertigung von Interesse. Gibt es
auch Anforderungen, die für mittelständische Betriebe
interessant sein können?
Mittelständische Betriebe wollen auch
Online-Schichtdickenmesstechnik einsetzen, doch die Wirtschaftlichkeit
ist in den meisten Fällen aufgrund des gewünschten breiten
Einsatzspektrums und der hohen
Gerätepreise nicht gegeben. Unsere Messgeräte decken momentan
nur bestimmte Anwendungsgebiete ab und sind keine
Universalgeräte.
Das beste
Nutzenpotenzial der Online-Schichtdickenmesstechnik erzielt man in der
Grossfertigung mit gleichbleibenden automatisierten Lackierprozessen.
Es gibt aber auch Anwendungsfälle bei denen die Qualität der
Beschichtung ein Alleinstellungsmerkmal darstellt und gegenüber
Mitbewerbern
einen Marktvorteil bietet. Zum Beispiel bei sicherheitsrelevanten
Bauteilen
oder bei besonderen optischen Effekten, bei denen die Qualität nur
mit Hilfe von Online-Schichtdickenmessung gewährleistet werden
kann,
ist der Einsatz auch in mittelständischen Betrieben wirtschaftlich.
Wie
sieht die Weiterentwicklung von Schichtdickenmessgeräten aus?
Welche verbesserten oder zusätzlichen Eigenschaften werden diese
Messgeräte besitzen?
Konventionelle
Wirbelstrommessgeräte bieten relativ wenig Spielraum zur
Weiterentwicklung, da das Funktionsprinzip aufgrund der langen
Produktlebenszeit schon sehr gut optimiert und ausgereizt wurde. Nur
Details wie Grösse und
Funktionsumfang unterliegen noch Veränderungen.
Der am
häufigsten geäusserte Wunsch, ist der nach kontaktloser
Schichtdickenmesstechnik für nichtmetallische Substrate, bei
vergleichbarer Funktionalität, Bedienbarkeit und Anschaffungspreis
wie bei Wirbelstrommessgeräten. Also einer Art Symbiose aus
Wirbelstrommesstechnik und photothermischer Schichtdickenmesstechnik.
Diese Anforderungen kommen hauptsächlich von Lohnbeschichtern und
von mittelständischen Betrieben.
Die photothermische
Schichtdickenmesstechnik profitiert massgeblich von der
Innovationsfähigkeit der Halbleitertechnik. Zunehmend stehen heute
neue, leistungsfähigere Lichtquellen und Detektoren zu wesentlich
geringeren Kosten zur Verfügung und erlauben uns als Hersteller
neue Geräteeigenschaften hinzuzufügen. Unsere Geräte
sind im Laufe von 2 Jahren von Schaltschrankgröße auf
Tischgerätgrösse geschrumpft. Durch moderne Lichtquellen sind
wir nun in der Lage handbedienbare Tischgeräte herzustellen, die
trotzdem die hohen Anforderungen an Lasersicherheit erfüllen
können. Unser Ziel ist es, die photothermische
Schichtdickenmesstechnik auf Handgeräte zu portieren. Wesentliche
Ziele sind schon erreicht worden, aber es bedarf noch weiterer
Entwicklungstätigkeit speziell im Bereich der
Optikminiaturisierung und des Energiemanagements.